"Störstellen"-Beseitigung in der Pleiße in 2017/18 vorgesehen

Baubeginn für das Beräumen von Sedimenten und Bodenmaterial ist im Mai 2017 geplant

Die LMBV hat im zurückliegenden Zeitraum eine Ausschreibung der Leistungen zur Störstellenbeseitigung in der Pleiße für den Abschnitt zwischen dem Fluss-km 3+450 bis zum Punkt 5+123 durchgeführt. „Derzeit findet eine Bewertung der eingegangenen Angebote statt. Die Zuschlagserteilung ist für Anfang März 2017 vorgesehen“, so der zuständige Planungsabteilungsleiter Westsachsen/Thüringen Rolf Schlottmann auf Nachfrage von Medien..

„Der Baubeginn wird im Mai 2017 erfolgen. Die Arbeiten im Gewässer sollen planmäßig ab August 2017 beginnen und werden voraussichtlich bis Ende Februar 2018 abgeschlossen sein. Dabei werden bei fließender Welle aus der Pleiße Sedimente und Bodenmaterial beräumt und das Gewässerprofil neu profiliert. Der Aushub wird dann verladen und abtransportiert“, ergänzt der mit den vorbereitenden Schritten befasste LMBV-Planer Jens Liebe.

Als Sohl- und Böschungsbefestigung werden in den Eingriffsbereichen und unter den vorhandenen Brückenbauwerken Wasserbausteine eingebaut. Abschließend sind noch Beräumungsarbeiten außerhalb des Gewässers und Landschaftsbauarbeiten in Jahr 2018 zu realisieren.

Quelle LMBV

Markkleeberg/Leipzig

 

. Wohl kaum ein anderes Projekt der Tagebausanierer hat einen dermaßen langen Vorlauf: Acht Jahre nach dem Planfeststellungsbeschluss und damit der Baugenehmigung sollen nun ab Frühherbst die Störstellen in der Pleiße beseitigt werden.

Der Verzug hatte – wie berichtet – tierische Gründe: Ophiogomphus cecilia, eine Libellenart namens Grüne Keiljungfer, und der Ökolöwe. Weil der eine die andere im beabsichtigten Baubereich zwischen Markkleeberg und Leipzigs Auwald fand, schrillten in den Amtsstuben der Landesdirektion die Telefone bis in oberste Etagen. Ergebnis: Nach dem Baustart im Herbst 2014 kam der Stopp schon wenigen Wochen später. Die streng geschützten Tiere wurden darauf systematisch in dem Bereich gesucht. Die Naturschützer und vor allem die Behördenmitarbeiter staunten dann nicht schlecht, als die Auswertung der Zählungen des beauftragten Gutachters kam: Die als selten eingestufte Grüne Keiljungfer ist im Auwald und in der Pleiße gar nicht so selten anzutreffen, ein zeitlich und räumlich begrenzter Eingriff in ihre Lebenswelt daher kein großes Problem, so die Meinung der Fachleute.

 Das Gutachten lag bereits im November 2015 vor. Bis die neuerliche Genehmigung von der Landesdirektion zum Tieferlegen der Pleiße kam, verstrichen wieder Monate. Weil wegen der Natur ohnehin nur während der vegetationsarmen Jahreszeit zwischen dem ersten August und Ende Februar gearbeitet werden darf, hatten es die Beteiligten auch 2016 nicht eilig, bereiteten eine neuerliche Ausschreibung für 2017 vor. Derzeit finde die Bewertung der Angebote statt, erklärte jetzt Planungsabteilungsleiter Rolf Schlotmann von der LMBV auf Anfrage. Der Auftrag werde Anfang März vergeben. Offizieller Baubeginn könne dann im Mai seien.

„Die Arbeiten im Gewässer beginnen planmäßig ab August und werden bis Ende Februar 2018 abgeschlossen“, ergänzt LMBV-Planer Jens Liebe. „Bei fließender Welle“, so der Fachbegriff, werde die Pleiße von Sedimenten und Bodenmaterial beräumt, das Gewässerprofil neu modelliert. Als Sohl- und Böschungsbefestigung würden in den Eingriffsbereichen und unter den vorhandenen Brücken Wasserbausteine eingebaut. „Abschließend sind noch Beräumungsarbeiten außerhalb des Gewässers und Landschaftsbauarbeiten in Jahr 2018 zu realisieren“, so die LMBV.

Das Entfernen der flachen Störstellen der Pleiße gilt als Voraussetzung, den Fluss einmal mit gewässerangepassten Personenbooten befahren zu können. Wie berichtet, sieht das wassertouristische Nutzungskonzept eine bootsgängige Verbindung von Leipzig über die Pleiße in den Markkleeberger See und weiter per Schleuse in den Störmthaler See vor. Seen und Schleuse sind fertig – der Rest fehlt.

Quelle Text und Bild LVZ online 02. Februar 2017 Von Jörg ter Vehn